Portrait 01 Die Futuristin

Projekt | live Elektronik & Visuals (2003)
Komposition für Stimmen, Theremin, live Elektronik und live Video
Textfragmente gelesen von Andrea Sodomka: Manifest der futuristischen Frau von Valentine de Saint-Point

Immer wieder auftauchenden Fäden nachgehen / weiterspinnen / ersinnen und die gewonnenen Datenfasern zu einem Performed Portrait verweben.

Verwoben werden die Portraits der Stimmen und Gesichter von Andrea Sodomka, Netochka Nezvanova, Tatjana Komarova und Elisabeth Schimana.

Betrachtet durch das spektrale Mikroskop wird das archaischste aller Instrumente, die menschliche Stimme, in ihre Fasern zerlegt, und mittels Morphing entsteht die Stimme der fiktiven Futuristin.

Nicht in Stein gemeißelt und nicht in Eisen gegossen, temporär und flüchtig ist der Projektionsstrahl, der die Büste der Futuristin für die Dauer der Perfromance entstehen lässt.

15 04 2003 Moskau Forum Festival, Moskau
14 12 2003 Ö1 Kunstradio LIVE aus dem ORF Kulturcafé
16 06 2004 Xperiment>L#2, Arminius, Rotterdam, kuratiert von Daniela Swarowsky
20 08 2005 Schloss Lengenfeld | Christa Hauer Fruhmann
18 01 2006 Portraitkonzert Elisabeth Schimana | Alte Schmiede, Wien

Prolog

Nach einem Jahrzehnt Arbeit im Bereich der elektronischen Musik/Kunst begann ich nach einer anderen Geschichte zu fragen. In all den Jahren der Ausbildung und Arbeit wurde mir in diesem von Männern dominierten Genre, sowohl im Lehr- wie im Arbeitsbereich, kaum etwas von Frauen in der Geschichte der elektronischen Musik/Kunst erzählt. Und somit beginne ich neue Fäden in die Geschichten einzuweben.

Ich begann mit dem italienischen Futurismus, welcher von Filippo Tommaso Marinetti begründet wurde. Die von den Futuristen favorisierte Geräuschmusik, die Musik der Maschinen, kann als möglicher Beginn der elektronischen experimentellen Musik betrachtet werden. Luigi Russolo schrieb dazu am 11. März 1913 das Manifest „Die Geräuschkunst“

Unter dem Aspekt - auf der Suche nach der Futuristin - fand ich im italienischen Futurismus IDEOLOGISCHE GRUNDLAGEN, im Speziellen in Bezug auf das Weib, die es als kaum wahrscheinlich erscheinen ließen, auf ein Fragment weiblichen Futurismus zu stoßen. Ein schon vergriffenes Buch „Geschichte des Futurismus“ von Christa Baumgarth ließ mich dennoch fündig werden.

Eine Spur

1912 stellten die futuristischen Maler Boccioni, Carra, Russolo, Severini zum ersten mal in Paris aus. Dieser Aufenthalt gab den Malern die Gelegenheit mit den KünstlerInnen der Pariser Avantgarde Freundschaft zu schließen. Marinetti sprach in den Ausstellungsräumen in Gegenwart vieler französischer Künstler, wie Braque, Derain, Metzinger, Gleizes, sowie Picasso.

Valentine de Saint-Point, die Nichte Lamartines, eine Künstlerin eben dieser Pariser Avantgarde, veranstaltete einen Musik und Literaturabend, worauf sie sich den Futuristen anschloss, und das MANIFEST DER FUTURISTISCHEN FRAU verfasste. Das Manifest der Wollust folgte.

Manifest der futuristischen Frau [pdf]
  • Die Futuristin Teil 1A

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  • Die Futuristin Teil 2A

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  • Die Futuristin Teil 2B

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Portrait 01 Die Futuristin part 1 Exzerpt | Ö1 Kunstradio LIVE aus dem ORF Kulturcafé

Portrait 01 Die Futuristin part 2 Exzerpt | Ö1 Kunstradio LIVE aus dem ORF Kulturcafé

Portrait 01 Die Futuristin part 3 Exzerpt | Ö1 Kunstradio LIVE aus dem ORF Kulturcafé